2020 Vision

Dieses Jahr einen Jahresrückblick zu schreiben fühlt sich zugegebenermaßen irgendwie sehr falsch an. Wir alle hatten unser Päckchen zu tragen, ich denke wir alle müssen einmal kurz durchatmen und wollen wohl eher nach vorne als zurück blicken.

Doch wenn mich das letzte Jahr eins gelehrt hat dann, dass wir bei Manitober nun WIRKLICH die Gelegenheit hatten unsere gegebenen Verhaltensmuster zu hinterfragen.

Als Manitober schwingen wir so viele Reden von “Strukturen hinterfragen”, “Alternativen aufzeigen” und “Dinge anders machen”, es hat fast etwas überhand genommen. Dieses Jahr habe ich für mich aber eine neue Dimension des Komfortzone Verlassens zelebriert, dass ich manchmal das Gefühl habe, Dinge besser oder anders machen wollen ist meine neue Komfortzone. Den Bezug zur Realität dabei nicht zu verlieren kann da zwischendurch schwierig werden. Zum Glück konnte ich dieses Jahr ein paar neue Mitarbeiter*innen hinzu gewinnen, die meinen Heliumballon regelmäßig wieder an den Bürostuhl festmachen.

Vor einem Jahr saß ich noch alleine in meinem kleinen Büro, seit November würden wir uns stapeln würden wir uns nicht regelmäßig absprechen wer wann ins Büro kommt. Das hat einen nicht unerheblichen Teil an interner Kommunikation mit sich gebracht, in den wir auch erst einmal hineinwachsen mussten. Trotzdem oder genau deswegen konnten wir Manitober noch einmal neu für uns entdecken. Projekte und Ideen können mittlerweile schneller umgesetzt werden und die Energie aller Beteiligten schärft unseren Fokus und hilft allen in ihrer Arbeit besser zu werden. Dadurch mussten wir alle auch eine neue Form der Arbeit erlernen: Mitbestimmung und Transparenz sowohl nach außen als auch untereinander.

Ja, bei Manitober ist einiges passiert – aber der interessante Aspekt ist meiner Meinung nach vor allem auch die persönliche Entwicklung und Veränderung, die wir alle in den vergangenen Monaten durchgemacht haben. Es wurden Berufsabschlüsse gemacht, Häuser gebaut, ‘stabile’ Jobs Hals über Kopf gekündigt und Partnerschaften haben sich aufgelöst.

Bei so enger und freundschaftlicher Zusammenarbeit wie bei uns war das kein zu vernachlässigender Faktor im Bezug auf unser gemeinsames Wohlergehen – Corona war da tatsächlich irgendwie nur ein Nebenprodukt. Trotzdem haben wir einiges gerissen dieses Jahr und sind größer geworden – sowohl beim Umsatz als auch bei den Kosten.

Das ist leider unsere negative Bilanz des Jahres: Manitober lebt immer noch auf Pump und versucht über die Runden zu kommen. Fairerweise muss man sagen, dass das nicht unbedingt Coronas Schuld ist, sondern eine Mischung aus den Faktoren Workload, mangelnde Erfahrung und technischen Unzulänglichkeiten. Wir arbeiten deshalb gerade an weiteren internen Umstrukturierungen um alle Probleme besser in den Griff zu bekommen. Ein großer Faktor, der mir vorher nicht bewusst war: Datenflüsse, Datenqualität und -verfügbarkeit. Wer Entscheidungen treffen will, der muss sich auf korrekte Daten verlassen und diese fallen nicht vom Baum und sind teilweise ziemlich schwer zu erfassen – auch in Zeiten von Big Data. Ein großes Learning dieses Jahr war deshalb: Controlling ist genauso wichtig wie clevere Ideen. Danke an meinen Freund Jan an dieser Stelle ;-)

Dieser Übergang bietet mir die Möglichkeit nochmal Danke zu sagen zu den Menschen, die uns dieses Jahr unvergleichlich viel Unterstützung geboten haben ohne etwas dafür zurück zu verlangen. Kohle knapp, Verkaufszahlen nicht wie erwartet, Buchhaltung steht an? Kann mich alles nicht schocken, wenn ich weiß, es gibt Leute die einfach gut finden was wir machen. Gar nicht mal die Klamotten, sondern die grundsätzliche Idee und Herangehensweise wie wir Natur, Gesellschaft und Wirtschaft nachhaltiger miteinander verzahnen wollen.

Lange Rede, guter Sinn: Wer nach vorne kommen will muss auch bergauf laufen können. Das mussten wir alle und das werden wir auch im kommenden Jahr. Lasst uns gemeinsam unseren jeweils eigenen Weg gehen. Und Reden. Über Politik, über Familie, über Sorgen. Online und offline.

Alles Gude,

Marcus

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